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Geschichte Canova

Der Name Canova stammt von dem berühmten italienischen Bildhauer Antonio Canova 1757 - 1822, der als Hauptvertreter des italienischen Klassizismus gilt. Unweit der Kolonie gibt es im Friedenauer "Künstlerviertel" eine nach ihm benannte Straße, wo früher die erste Kolonie Canova lag. Und so holte man über den Namen einen Hauch von Kunst in die Kolonie, was sich heutzutage in den zum Teil wunderschön gestalteten Gärten wiederspiegelt.

Die Kleingartenkolonie Canova ist im Jahre 1924 entstanden und lag damals gegenüber dem Auguste-Viktoria-Krankenhaus, dort wo sich heute der Grazer Damm befindet. Dann wurde der Grazer Damm angelegt, und das Kleingartengelände musste verkleinert werden. Es entstand die Bebauung zwischen Grazer Damm und dem neu entstandenen Riemenschneiderweg. Dahinter wurden nun die Kolonien neu geordnet. Unsere Kolonie befindet sich nun parallel zum Riemenschneiderweg, zwischen Prellerweg und Grazer Platz.

Es gab in unserer Kolonie einen Festplatz, darauf ein Steinpodest, auf dem Musikkapellen zu Kinderfesten spielten und abends die Erwachsenen mit Tanzmusik  erfreuten.

Weil die Naziregierung einen Verschiebebahnhof auf dem Südgelände bauen lassen wollte, wurden die Kleingärten gekündigt. Dann kam der Krieg.

Nach 1945 zäunten einige Leute wieder kleine Stücke ab, um Tabak und Gemüse anzubauen. Für die Zäune musste herhalten, was in den Ruinen zu finden war, egal ob rund oder eckig, es war ein Zaunpfahl. Nachbarschaftshilfe wurde großgeschrieben. Aus Trümmern und Abbruch wurde viel geschaffen. Bretter waren knapp, dafür gab es mehr Steine. Zwischen die Steine füllte man gesiebten alten Putz, Lehm und wenn es möglich war, etwas Zement. In dem Bauwerk hielt später kein Nagel mehr. Mit der Zeit normalisierte sich das Leben und ab etwa 1949 konnten wieder Parzellen vergeben werden.

Erst im Jahre 1956 wurden wieder Pachtverträge abgeschlossen. Die Jahrespacht betrug damals 10,50 DM. Bäume und Sträucher holte man aus dem Osten (Potsdamer Platz), im Westen gab es fast gar nichts. Meterhoch wuchs das Unkraut, aber wir hatten eine Wasserleitung und brauchten nicht wie andere Gärtner das Wasser aus einem Brunnen schöpfen.

Gemeinschaft wurde groß geschrieben, jeder half jedem - und dann kam der Wohlstand.   

Rosen und Teiche mussten jetzt in die Gärten. Statt der gemütlichen Holzbank sind Freizeitschaukeln modern geworden. in den sechziger Jahren bekam unsere Kolonie ihr jetziges Aussehen. Es wurden vom Senat Flächennutzungspläne aufgestellt.

Die Parzellen wurden neu vermessen und aufgeteilt. Unsere Kolonie bekam unter dem damaligen 1. Vorsitzenden, Herrn Willi Jänicke eine Eintragung ins Vereinsregister und wurde am 22. März 1973 ein eingetragener Verein.

1972 wurde in der Jahreshauptversammlung darauf hingewiesen, dass unsere Kolonie im Flächennutzungsplan als Dauergrünfläche ausgewiesen ist. Es sollten Dauerkleingärten angelegt werden. Dies dauerte jedoch noch einige Jahre.

Anfang der 80er Jahre begannen dann, unter dem 1981 neu gewählten 1. Vorsitzenden, Herrn Gerhard Schaplow, die Sanierungsarbeiten, und mit der Verlegung einer neuen Hauptwasserleitung wurde begonnen.  

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde am 4. Mai 1981 die Einrichtung einer Gemeinschaftsparzelle beschlossen und bald darauf auch durchgeführt.

1985 wurde der bisherige 1. Kassierer, Herr Martin Neugebauer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er führte die Arbeit der Sanierung unserer Kolonie fort und setzte sich für den Erhalt unserer Parzellen ein. Als dann 1989 der gesamte Vorstand zurücktrat, wurde Herr Georg Geidner zum 
1. Vorsitzenden gewählt. Er verfaste diese Chronik bis hierher. 

Sein Vorsitz dauerte bis Febr. 1993. In diesem Jahr faste man im Bezirksamt die Entscheidung eine im Bebauungsplan enthaltene Kindertagesstätte in mitten unserer Kolonie zu errichten. Sämtliche Einwände und  Eingaben an die entsprechenden Stellen des Senats und an die BVV Schöneberg, blieben auch für den nachfolgenden 1. Vorsitzenden, Herrn Peter Hermann ohne Erfolg. Seine Amtszeit betrug 1 Jahr. Er trat aus gesundheitlichen Gründen im Februar 1994 zurück. 

Auf der Jahreshauptversammlung im Febr. 1994 wurde der damalige 1. Kassierer, Herr Jürgen Bode zum 1. Vorsitzenden gewählt .

Durch den Bau der Kindertagesstätte am Riemenschneiderweg, im Gelände unserer Kolonie mussten 14 Kleingärten weichen, darunter auch unsere Gemeinschaftsparzelle.
Die räumliche Teilung der Kolonie durch die Tagesstätte macht das Zusammenleben innerhalb des Vereins nicht gerade leicht.
Am 26. Mai 1994 konnten wir die freigewordene Parzelle Nr. 102 als neue Gemeinschafsparzelle besetzen. In dieser Parzelle werden alle unsere Sommerfestlichkeiten, wie das Kinderfest, Grillfest, Skatturniere und Erntedankfest abgehalten. Die ständigen Sitzungen des geschäftsführenden Vorstandes finden auch während der Gartensaison dort statt. 1999 wurde ein neues Laubenvordach und ein Terrassendach installiert, das eine Größe von ca. 50qm hat. Somit kann man bei den Veranstaltungen auch wenn es regnen sollte, im trockenen oder bei Sonne im Schatten sitzen.

Im Jahre 1997 wurden in allen Parzellen laut Vereinsbeschluss Wasseruhren eingebaut. Dies war bedingt durch die sehr hohen jährlichen Wasserkosten, die nicht nach dem Verbrauch des einzelnen Pächters, sondern nach der Größe des Gartens berechnet wurde. Durch diese Änderung ist eine bedeutender Rückgang des Wasserverbrauchs zu verzeichnen und jeder hat die Möglichkeit seinen eigenen Verbrauch sichtbar zu regeln.

1999 feierten wir im Saal des Hotels "SI - Steglitz" unser 75 jähriges Bestehen.

Im April 2013 trat der bisherige 1. Vorsitzende Herr Jürgen Bode, der auch die erste Website des Vereines einrichtete, nach 19 Jahren Vereinsvorstandstätigkeit zurück. Auch an dieser Stelle sei ihm noch einmal für sein langjähriges Engagement gedankt.

Gewählt wurde ein reiner "Weibervorstand", ein Novum für die Kolonie, die dem Zeitgeist und der vieldiskutierten Frauenquote in Wirtschaft und Politik beispielhaft vorangeht. Erste Vorsitzende ist jetzt Frau Anita Kapelke.

Anfang Juni.2017 wurde ein neuer Vorstand gewählt, deren Vorsitz kommissarisch für zwei Jahre Herr Jürgen Bode übernommen hat.