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Giftpflanzen im Garten

Giftpflanzen  in  unseren Gärten

(Ergänzung zum Vortrag zur JHV am 28.2.2015. Nur  zum internen Gebrauch)

Was darf man unbedenklich in seinem heimischen Garten anpflanzen und worauf sollte man besser verzichten?

Hier ein kurzer  Überblick über die unterschiedlichen giftigen Gartenpflanzen und über die Beschwerden, die sie verursachen.

Denn nicht jede Giftpflanze ist gefährlich genug, um sie gnadenlos aus unseren Gärten zu verbannen. Mit etwas Umsicht kann man mit den meisten herrlich leben und sich an ihrer Schönheit erfreuen.

Das Wissen um die Giftigkeit dieser Pflanzen macht uns jedoch  aufmerksamer und lässt uns richtig reagieren, wenn Kinder mit  den Pflanzen  spielen, den Sandkuchen damit dekorieren oder gar „gekostet haben“.

Die folgende Aufstellung ist eine Zusammenstellung von Auszügen aus verschiedenen  Veröffentlichungen im Internet und in der Literatur, unter anderem:

-          Nabu.de

-          Botanikus.de

-          Die Kleingärtnerin

-          Schön-giftig, ein Giftpflanzenhandbuch  für Eltern

Auch ist diese Auflistung nicht komplett, nur die wichtigsten Giftpflanzen sind aufgenommen.


Für den Notfall : Giftnotruf 030-19240

 Berliner Betrieb für Zentrale Gesundheitliche

Aufgaben – Institut für Toxikologie, Giftnotruf Berlin

Oranienburger Str. 285

 D-13437 Berlin

Im Notfall:

à Ruhe bewahren
à
Pflanzenteile aus dem Mund entfernen
à
Pflanzenteile zur Bestimmung aufheben
à kein Erbrechen auslösen

à Notarzt rufen


Tel.: 030-19240, Fax: 030-30686-721

WWW: http://www.giftnotruf.de

Sehr gefährliche Giftpflanzen, ungeeignet für einen Familiengarten

■■ Eibe (Taxus baccata)

    Giftige Teile:

    Nadeln und Samen

    Schlimmste Auswirkungen:

    Herz-Kreislaufstörungen, Krampfanfälle, Tod

 Eiben sind beliebte Heckenpflanzen, weil sie sich problemlos in Form schneiden lassen – und sie sind extrem giftig in allen Pflanzenteilen.

Einzige Ausnahme bildet das knallrote Fruchtfleisch. Was allerdings kein Grund zur Entwarnung ist, da im Fruchtfleisch wiederum ein giftiger Same steckt.

Wenn Kinder Eibenteile gegessen haben, ist der Notarzt dran.

Eiben sind also für Hausgärten oder Spielplätze nicht zu empfehlen.

■■ Eisenhut (alle Aconitum-Arten)

Giftige Teile:

Ganze Pflanze

Schlimmste Auswirkungen:

Herz-Rhythmusstörung,  Tod durch Atemlähmung

                                               

Sie wollten immer schon einmal wissen, welche Pflanze die Hitliste der Giftpflanzen anführt? In Deutschland ist es eindeutig der Eisenhut.

Die giftigste Gartenpflanze überhaupt.

Meist tödliche Vergiftungen, darüber hinaus sehr  schmerzhaft, Gegengift unbekannt. Und um den Ganzen die Krone aufzusetzen, ist das Gift „hautgängig“. Das heißt, es kann bereits beim bloßen Pflücken der Pflanze über den austretenden Saft in die Haut gelangen und von dort aus seine verheerende Wirkung entfalten.

Sie haben kleine Kinder? Eisenhut steht auf der Verbotsliste! Absolut! 100-prozentig.

Ich würde kein Risiko damit eingehen.

■■ Engelstrompete (Brugmansia-Hybriden)

      Giftige Teile:

      Ganze Pflanze

      Schlimmste Auswirkungen:

     Erbrechen, Durchfall,   Schluckbeschwerden,   Heiserkeit, Herz-Beschwerden, Halluzinationen

Die Engelstrompete, eine Stechapfelverwandte, stammt aus subtropischen Gefilden und ist bei uns nicht winterhart. Meist wird sie deshalb im Kübel gezogen. Die Engelstrompete ist nicht nur giftig, sondern auch als Rauschdroge in Gebrauch, da sie halluzinogene Wirkung hat. Sie sollten auf diese spezielle Pflanzengattung daher ein ganz besonderes Auge werfen. Vergiftungen kommen hier, bedingt durch den Gebrauch als Droge, eher bei älteren Kindern und Jugendlichen vor. Es ist ja auch sehr verlockend, wenn direkt auf der elterlichen Terrasse eine Pflanze wächst, mit der man high werden kann. Verlockend – und sehr gefährlich. Die Giftwirkung der Engelstrompete ist unberechenbar.

Eine Pflanze, die für ein Haus mit Kindern absolut ungeeignet ist.

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■ Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)

 Giftige Teile:

Ganze Pflanze

Schlimmste Auswirkungen:

Lähmung, Herz-Kreislaufversagen

Herbstzeitlose sind wunderschöne Herbstkrokusse – und sehr giftig. Auf der Weide werden sie dem Vieh gefährlich, im Garten den Kindern.  Die ganze Pflanze ist hochgiftig. Kinder werden nicht nur durch die schöne Blüte angelockt, sondern auch durch die im Frühsommer erscheinenden Früchte, samengefüllte Kapseln, die beim Schütteln schön rasseln. Auch Verwechslungen der Blätter mit Bärlauch kommen vor. Bereits 5 g Samen sind für Erwachsene tödlich, bei Kindern reichen 1-2 Gramm. Da das Gift eine lange Latenzzeit hat, bis man die ersten Symptome bemerkt, kommen Hilfsmaßnahmen wie das Auspumpen des Magens meist zu spät.

Herbstzeitlose haben in einem Garten mit Kleinkindern deshalb nichts zu suchen

■■ Herkuleskraut (Heracleum mantegazzianum)

Die Herkulesstaude darf nur mit Handschuhen angefasst werden.
Die gesamte Pflanze und vor allem der Saft enthalten Furocumarine. Dieser Giftstoff wirkt bei gleichzeitiger Sonnenbestrahlung entzündlich auf die Haut. Gefahr besteht insbesondere für Kinder, die mit den Pflanzen spielen, sie abschlagen oder abbrechen und auf diese Weise Hautkontakt mit dem Pflanzensaft bekommen. Die Entzündungen jucken stark, bilden auch Blasen und entsprechen Verbrennungen dritten Grades. Sie heilen oft erst nach Wochen ab und hinterlassen auch Narben. Morgens ist die Berührung der Pflanze gefährlicher als abends, wohl weil unsere Haut nach der Nachtruhe photosensibler reagiert. Familien mit Kindern sollten die Herkulesstaude nicht anpflanzen oder sie insbesondere bei Sonnenschein meiden. .

■■ Maiglöckchen (Convallaria majalis)

 Giftige Teile:

Beeren

Schlimmste Auswirkungen:

Übelkeit, Erbrechen

Maiglöckchen enthalten herzwirksame Giftstoffe. Erwachsene vergiften sich mit den Blättern, die sie irrtümlich als Bärlauch ansehen und für die Küche sammeln. Kinder interessieren mehr die leuchtendroten Beeren, die von der Gartenform des Maiglöckchens sehr viel häufiger gebildet werden als von der Wildform. Da diese Pflanze zudem stark wuchert, ist sie für einen kleinen Familiengarten, in dem Kinder spielen, ungeeignet.

■■ Oleander (Nerium oleander)

Giftige Teile:

Ganze Pflanze

Schlimmste Auswirkungen:

Bauchschmerzen, Brechreiz und Durchfall,  Tod  durch Herz- oder Atemlähmung

Oleander gehört zu den starken Giftpflanzen. Da er nicht winterhart ist und daher im Haus überwintert, bietet er das ganze Jahr Gefährdungspotential.

Kleine Mengen führen nur zu Erbrechen und Bauch schmerzen, größere Mengen können dagegen sehr gefährlich werden. Oleander enthält herzwirksame Giftstoffe. Auch bei Vieh und Haustieren (z. B. Katzen) sind Vergiftungen durch Oleander bekannt.

■■ Ricinusbaum (Ricinus communis)

Der Ricinusbaum ist auch unter dem Namen „Wunderbaum“ oder „Palmae Christi“ im Handel, und zwar sowohl als Pflanze als auch in Samenform.

So schön wie diese Pflanze ist, Sie sollten darauf verzichten.

Das darin vorkommende Ricin ist extrem giftig. Insbesondere die Samen sind gefährlich, weil sie wie bunte Bohnen aussehen. Ein einziger Same kann bereits tödlich sein. Die Vergiftung

ist besonders tückisch, weil die Symptome nicht sofort auftreten, sondern erst nach mehreren Stunden (bis zu drei Tagen). Ungeeignet für den Hausgarten!

■■ Sadebaum (Juniperus sabina)

 Giftige Teile:

Ganze Pflanze

Schlimmste Auswirkungen:

Blutiges Erbrechen, Blasenbildung,

Nierenschäden, Lähmungserscheinungen,                                                           Atemlähmung

Der Sadebaum ist eine sehr giftige Wacholderart. Die Wirkung reicht von blutigem Erbrechen über Krämpfe bis hin zu Lähmungen und Todesfällen.

Zwar kommen diese Vergiftungen sehr selten vor – der Sadebaum führt seinen anderen Namen „Stinkwacholder“ zu Recht ‑, sind aber dann meist recht heftig. Für einen Hausgarten ist der Sadebaum daher nicht geeignet.

■■ Seidelbast (Daphne mezereum)

Der Seidelbast blüht  genau dann, wenn’s im Frühling draußen  so richtig schön wird, und bildet zudem  noch attraktive Früchte aus. Kombiniert mit der Tatsache, dass Seidelbast sehr giftig ist (bereits 10 Früchte können tödlich sein!), sollte das zu seiner Verbannung aus dem Familiengarten führen. (Alle Seidelbastarten sind giftig!) Seidelbastvergiftungen beginnen

mit Kopf- und Bauchschmerzen und reichen von psychischen Symptomen (starke Unruhe), Schwindelanfällen und Gleichgewichtsstörungen sowie Kopfschmerzen bis zu heftigsten Krampfanfällen.

■■ Wandelröschen (Lantana camara)

Diese Tropenpflanze wird bei uns meist als Sommerblume gehandelt.

Wandelröschen werden nicht nur in verschiedenen Farben angeboten, sondern

können während der Blüte die Farbe wechseln (daher der Name). Die Pflanze ist

also für Gärtner interessant – und ziemlich giftig. Vergiftungen mit Todesfolge sind sowohl bei Menschen als auch bei Tieren bekannt. Kinder scheinen besonders von den Früchten angezogen zu werden. Da es genügend ungiftige Sommerblumen gibt, sollten Sie nicht unbedingt diese auswählen.

Potentiell gefährliche Giftpflanzen, unter Vorbehalt und mit einiger Vorsicht brauchbar für den Familiengarten


■■ Aronstab (Arum maculatum)

■■ Blauregen (Glycinie oder Wisteria)

■■ Buchsbaum (Buxus sempervirens)

■■ Buschwindröschen (Anemone       nemorosa)

■■ Christrose (Helleborus niger)

■■ Fingerhut (Digitalis purpurea)

■■ Ginster (Genista, alle Arten)

■■ Goldregen (Laburnum anagyroides)

■■ Immergrün (Vinca minor)

■■ Kartoffel (Solanum tuberosum)

■■ Kaiserkrone (Fritillaria imperialis)

■■ Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

■■ Krokus (Crocus, alle Arten)

■■ Lebensbaum (Thuja occidentalis)

■■ Liguster (Ligustrum vulgare)

■■ Mohn (Papaver orientale)

■■ Narzisse (Narcissus, alle Arten)

■■ Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus)

■■ Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

■■ Rhododendron (Rhododendron, verschiedene Arten)

■■ Rittersporn (Delphinium, alle Arten)

■■ Schachbrettblume (Fritillaria meleagris)

■■ Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

■■ Stechpalme (Ilex aquifolium)

■■ Walzenwolfsmilch (Euphorbia myrsinites


Schwach giftige Pflanzen, im Familiengarten einsetzbar


■■ Berberitze (Berberis vulgaris)

■■ Bohne (Phaseolus vulgaris)

■■ Clematis (Clematis-Hybriden)

■■ Geißblatt (Lonicera, alle Arten)

■■ Holunder (Sambucus nigra)

■■ Knallbeere (Symphoricarpos albus)

■■ Lerchensporn (Corydalis cava)

■■ Mandelbaum (Prunus amygdalus)

■■ Robinie (Robinia pseudoacacia)

■■ Schneeball (Viburnum, alle Arten)

■■ Tomate (Solanum lycopersicum)

■■ Tränendes Herz (Lamprocapnos spectabilis)